Wohnraum altersgerecht umbauen
(KfW Investitionszuschuss 455)

KfW-Zuschuss für mehr Wohnkomfort und weniger Barrieren

Seit dem 01.10.2014 bietet die KfW-Bank alternativ zum Förderprogramm Altersgerecht Umbauen (159) einen Investitionszuschuss (455) für private Eigentümer an, die Wohnraum barrierereduziert umbauen, den Einbruchschutz verbessern oder umgebauten Wohnraum kaufen. Der Zuschuss lohnt sich vor allem bei einzelnen Umbaumaßnahmen und für diejenigen, die die finanziellen Mittel für den Umbau auch selbst aufbringen können.

Was wird gefördert?

  • barrierereduzierende Maßnahmen in bestehenden Wohngebäuden
  • die Erweiterung bestehender Gebäude (z. B. Anbau eines Außenaufzugs)
  • den Ausbau vormals nicht beheizter Räume (z. B. Dachgeschossausbau)
  • die Umwidmung von beheizten Nichtwohnflächen (z. B. Gewerbe)
  • neue Wohneinheiten, die durch Erweiterung/Ausbau von Denkmalschutzgebäuden bzw. Gebäuden mit besonders erhaltenswerter Bausubstanz entstehen
  • Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz
 

Grundsätzlich werden alle Maßnahmen gefördert, die unmittelbar für die Ausführung und Funktionstüchtigkeit der jeweiligen barrierereduzierenden Maßnahmen erforderlich sind. Dies umfasst das Material sowie den fachgerechten Einbau oder die Verarbeitung durch die jeweiligen Fachunternehmen. Die eigene Arbeitsleistung oder die Leistung privater Helfer ist nicht förderfähig. Hier sind nur die Material­kosten förder­fähig. Dafür hat ein Fachunter­nehmen die fach­gerechte Durch­führung der Maßnahmen und die angefallenen Material­kosten formlos gegen­über dem Bauherrn zu bestätigen. Voraussetzung für die Förderung ist die Durchführung der Maßnahme durch ein Fachunternehmen.

Achtung: Der Zuschuss kann nicht kombiniert werden mit dem KfW-Förderprogramm Altersgerecht Umbauen (159). Der Zuschuss ist eine Alternative zum Kredit 159. Ebenfalls nicht zulässig ist eine Kombination mit Landesfördermitteln, die aus dem KfW-Förderprogramm 159 refinanziert werden.

Um Kosten zu sparen, ist es allerdings möglich, den Zuschuss mit anderen Programmen der KfW zu verknüpfen, z. B. mit dem Programm Energieeffizient Sanieren (151/152) oder dem Investitionszuschuss Energieeffizient Sanieren (430). Die jeweiligen Förderprogramme (Einbruchschutz, Barrierereduzierung, energieeffiziente Sanierung) können auch mit Leistungen der Pflegekassen kombiniert werden.

Standard Altersgerechtes Haus

Der Standard Altersgerechtes Haus wird erreicht, wenn eine einzelne oder alle Wohnungen eines Gebäudes die nachfolgenden Anforderungen (einschließlich der technischen Mindestanforderungen der jeweiligen Maßnahmen) erfüllen:

  • ein altersgerechter Zugang entsprechend den Förderbereichen 1, 2 und ggf. 3,
  • ein altersgerechtes Wohnzimmer und/oder Schlafzimmer sowie eine altersgerechte Küche entsprechend Förderbereich 4,
  • ein altersgerechtes Bad entsprechend Förderbereich 5 und
  • die Anforderung an die Bedienelemente entsprechend Förderbereich 6.

1. Wege zu Gebäuden und Wohnumfeldmaßnahmen

  • Wege zu Gebäuden sowie regelmäßig genutzten Einrichtungen wie Stellplätze, Garagen, Sitzplätze und Spielplätze und Entsorgungseinrichtungen
  • Umbau und Schaffung von altersgerechten Kfz-Stellplätzen sowie deren Überdachungen
  • Umbau und Schaffung von Abstellplätzen für Kinderwagen, Rollatoren/Rollstühlen, Fahrradständer sowie deren Überdachungen
  • sonstige Wohnumfeldmaßnahmen in bestehenden Wohngebäuden ab drei Wohneinheiten

2. Eingangsbereich und Wohnungszugang

  • automatische und/oder kraftunterstützende Türantriebe
  • ergänzende Beschriftung, z. B. mit Brailleschrift/Reliefschrift, taktile Markierungen an Handläufen
  • Abbau von Barrieren und Schaffung von Bewegungsflächen
  • Maßnahmen zum Wetterschutz

3. Vertikale Erschließung/Überwindung von Niveauunterschieden

  • Nachrüstung oder Verbesserung von Aufzugsanlagen als Anbauten oder Einbauten
  • Hebebühnen/Hebelifte zur Überwindung von Barrieren
  • Treppenlifte oder andere ergänzende mechanische Fördersysteme
  • Barrierereduzierende Umgestaltung von Treppenanlagen
  • Rampen zur Überwindung von Barrieren

4. Anpassung der Raumgeometrie

  • Änderung des Raumzuschnitts von Wohnräumen und Schlafräumen, Fluren oder Küchen
  • Verbreiterung der Türdurchgänge mit Einbau neuer Türen
  • Nachrüstung mit Schiebetüren
  • Ausstattung mit automatischen Türantrieben oder mit kraftunterstützenden Antrieben
  • Schwellenabbau
  • Erschließung oder Schaffung von Freisitzen (Terrassen, Loggien oder Balkonen)

5. Maßnahmen an Sanitärräumen

  • Anpassung der Raumgeometrie
  • Schaffung bodengleicher Duschplätze
  • Duschen einschließlich Dusch(-klapp)sitze
  • Badewannen einschließlich mobiler Liftsysteme
  • Badewannensysteme mit seitlichem Türeinstieg
  • Modernisierung von Sanitärobjekten
  • WCs einschließlich Einrichtung zur seitlichen Bedienung der WC-Spülung sowie Rückenstützen am WC
  • Dusch-WCs
  • Waschtische
  • Technische Hilfen (z. B. Stützgriffe und Haltegriffe)
  • rutschfeste oder rutschhemmende Fliesen

6. Sicherheit, Orientierung und Kommunikation

  • Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit, Orientierung und Kommunikation. Dies umfasst auch Altersgerechte Assistenzsysteme (Ambient Assisted Living – "AAL" und intelligente Gebäudesystemtechnik ohne Endgeräte und Unterhaltungstechnik), z. B. für die Bedienung und Steuerung von baugebundenen Antriebssystemen oder zur Sicherheit und Gefahrenabwehr sowie Ruf-, Notruf- und Unterstützungssysteme.
  • Modernisierung von Bedienelementen
  • Stützsysteme und Haltesysteme einschließlich Maßnahmen zur späteren Nachrüstung
 

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